Techtelmechtel mit dem Frosch

Ich bin müde. So schrecklich müde. Draußen scheint die Sonne und eventuell könnte mein derzeitiger Zustand gerade noch erlauben sich irgendwo vor ein Café zu setzen und mir Koffein zuzuführen, während mir die Sonne auf die Nase scheint.
Aber ich sitze hier drinnen und weil ich schon heute Morgen so schrecklich müde war, kam ich so spät hier an, dass ich noch eine ganze Weile hier herum sitzen muss.
Während ich mir ein wenig leid tue und ich verzweifelt versuche meine Augen am Zufallen zu hindern, lese ich vom letzten Antillen-Ochsenfrosch-Paar auf Montserrat. Ich habe absolut keine Ahnung, wo Montserrat liegt. Aber es würde auch nichts am Schicksal dieser armen Fröschlein ändern. Denn das letzte  Antillen-Ochsenfrosch-Paar ist gar kein Paar. Sondern einfach nur zwei einzelne Frösche, die am selben Flussufer wohnen, aber doch nichts voneinander wissen. Ihre Artgenossen wurden ihres Lebensraums beraubt, gegessen oder von einem Pilz dahingerafft. Das ist nicht schön. Deswegen sollen sie nun einander vorgestellt werden, in der Hoffnung, dass es zu einem Techtelmechtel kommen könnte.
Das alles lese ich durch meine halb geschlossenen Augen und denke: eigentlich geht es mir ja ganz gut. Bloß sehr müde. Aber heute Abend kann ich wieder zu meinem Froschmann heimkehren. Der deckt mich dann liebevoll mit einem schönen Seerosenblatt zu und haucht mir einen Gute-Nacht-Kuss auf die Stirn. Und ich muss gar nicht erst umgesiedelt werden, damit er mich findet. Das spart ihm auch eine Menge Heiserkeit, da er so nicht  die gesamte Paarungszeit über vergeblich Brunftlaute von sich geben muss.

So, so müde…..

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