Murre knurre kusch – manchmal aber schnurrig

Kennst du das? Diese Tage, an denen man ganz schnurrig ist? Nein, nicht ROLLIG! Herrgott! Du und deine dreckigen Gedanken!. Schnurrig! Man möchte seinen Liebsten immerzu um die Beine schnurren und ist dankbar und glĂŒcklich und von Zufriedenheit erfĂŒllt. Es ist, als ob das Herz an diesen Tagen ein bisschen grĂ¶ĂŸer wĂ€re als sonst und ganz freiliegend. Es pulsiert und jeder Schlag ist wie ein Atemzug, mit dem man pure Liebe einatmet.

An normalen Tage laufe ich durch die Wohnung, stolpere ĂŒber die Schuhe meines Mannes und knurre in mich hinein, finde seine Socken im Wohnzimmer und die Fernbedienung in der KĂŒche, im Schlafzimmer liegen 3 Hemden und 7 Krawatten auf dem Bett. Ich rege mich auf.
Wenn ich den großen KĂŒchenschrank öffne und wieder alles an anderer Stelle steht, als es eigentlich sollte, fluche ich vor mich hin.
Das passiert mir an schnurrigen Tagen nicht. An schnurrigen Tagen freue ich mich ĂŒber die Anzeichen mĂ€nnlichen Lebens in der Wohnung. WĂ€hrend ich die 7 Krawatten vom Bett rĂ€ume und zusammen rolle, schnĂŒffele ich heimlich an der Krawatte, die er wĂ€hrend der Hochzeit trug und schwelge in Erinnerungen. Mein Herz macht dann einmal besonders lang und laut „Poch!“ und wird noch ein bisschen grĂ¶ĂŸer.

An schnurrigen Tagen genieße ich jede seiner kleinen Eigenheiten. Ich liebe es, wie er sich das Gesicht eincremt. Einfach so klatsch, klatsch, schmier. Keine Frau kĂ€me je auf die Idee das so zu machen.
Wie er den GĂŒrtel schließt und anschließend das Hemd in die Hose stopft, treibt mir TrĂ€nen der RĂŒhrung in die Augen. Weil es einfach SO schön ist ihn zu haben.
„Poch, poch, poch!“, macht mein Herz und blĂ€ht sich auf zu einem riesigen, herzförmigen Luftballon.
Die Tatsache, dass er immer noch den alten Edelstahlring trĂ€gt, den er von mir zum 2jĂ€hrigen bekommen hat – „megapoch!“.
Der Duft seines Duschgels, wenn ich unter die Dusche steige. Ich nehme einen tiefen Atemzug. mit der Nase – und mit dem Herzen.
Wenn morgens nur meine Nase irgendwo unter Bettdecke und verwuschelten Haaren hervorlugt und ich in einer kleinen SabberpfĂŒtze aufwache und er mich anschaut mit diesem Blick voller Liebe und völlig verzĂŒckt „Du bist SO schön!“ murmelt, dann glaube ich immer mein Herz mĂŒsste in jedem Augenblick platzen. Weil es gar nicht so groß werden kann, wie es mĂŒsste, um all das GlĂŒck und die Liebe aufzunehmen. Irgendwann mĂŒsste es einfach ganz laut PENG! machen und es gĂ€be eine riesen Sauerei. Aber vermutlich wĂŒrde jeder kleine, blutige Krumen zerfetzten Herzes warm glĂŒhen und pink glitzern.

WÀre es nicht schön, wenn wir jeden Tag schnurrig sein könnten?

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