In der Stille liegt der größte Lärm verborgen

Irgendwie war es hier in letzter Zeit wieder still. Dabei will ich ja schreiben. Ich mag meinen Blog. Ich mag, wie er momentan aussieht. Ich mag es Wörter aneinander zu reihen, bis sie einen Text ergeben. Ich mag das kleine Bild von mir in der Sidebar. Ich mag das süße Favicon. Und ich mag es viel Liebe und Herzblut in ein Projekt zu stecken.
Was ich aber nicht mag: Immer wieder das selbe schreiben. Ich mag nicht ständig nur jammern, dass ich alt werde und herumwettern über die Ungerechtigkeiten und vor allem anscheinenden Selbstverständlichkeiten, die Frauen in einem gewissen Alter erfahren.
Ich weiß, dass das langweilig zu lesen ist. Mein Mann verdreht schon jedes Mal die Augen und seufzt ganz lang und tief, wenn ich wieder damit anfange. Er weiß, dass ich mich dann richtig ausdauernd und anstrengend für meine Umwelt darüber aufregen kann, dass die Gesellschaft es als normal erachtet eine Art Vormundschaft über anderer Frauen Körper zu erheben. Und dass ich es nunmal NICHT als gut gemeint wahrnehme, wenn ich von Leuten – die eigentlich nicht mehr von mir wissen, als meinen Vor- und Nachnamen – darauf angesprochen werde, dass meine Schwiegereltern doch noch ein kleines Enkeltöchterchen brauchen würden. Mit diesem „Knick-knack, du weißt schon wie ich’s meine“ Unterton.
Seit meine Schwiegermutter unsere  Hauskaufpläne mit einem „Ihr wollt euch ein Haus kaufen? Aber ihr habt doch noch gar keine Platznot“ abtat, hege ich einen tiefen Groll, der in mir rumort und immer mal wieder wie eine Flutwelle über mich herüber schwappt. Aber ich mag meine Schwiegermutter nicht anschreien. Es steht mir nicht zu. Und sie kann ja auch nichts dafür, dass die ganze Welt mich mit diesem einem Thema nervt.
Ich mag auch nicht in der Anwesenheit von Freunden lange Abhandlungen darüber halten, dass der Mythos der guten, bedingungslos liebenden Mutter eben genau das ist – ein glorifizierter und instrumentalisierter Mythos.
Ich mag nicht FemiNazi genannt werden, wenn ich meine Gedanken zu solchen Themen äußere und erst recht mag ich es nicht, wenn ich dann auch noch gefragt werde, ob ich gerade meine Tage hätte. Gar nicht mag ich es außerdem, wenn behauptet wird meine Gegenfrage nach dem letzten Samenerguss wäre überhaupt nicht vergleichbar.

Und weil ich all das nicht mag, mache ich die meiste Zeit folgendes: Ich sage nichts.

Vielen Dank für deinen Kommentar!