Die Sache mit dem Serienmörder

Im letzten Beitrag  habe ich euch schon an die Gedanken von Frauen in meinem Alter herangeführt. Ja, ich pauschalisiere das jetzt einfach mal so. Punkt. Ätsch.
Solche Gedanken führen natürlich auch irgendwann zum großen Fragezeichen namens „Wäre ich überhaupt eine gute Mutter?“.
An diesen Punkt gelangt man übrigens nur, wenn gerade einer dieser verzerrten, hormoninduzierten „Ich will ein Baby haben!!!“ Schalter gedrückt wurde. Diese Schalter sind von der Natur eingebaute  Hintertürchen. Die Natur geht da sehr geschickt vor. Denn natürlich ist der Natur bewusst, dass ein Mensch mit gesundem Menschenverstand niemals auf die Idee käme sich fortzupflanzen. Weil:

  1. Kacka
  2. Kotze
  3. wandelnde Milchtüte
  4. Verzicht auf selbstbestimmtes, ungestörtes Liebesleben
  5. teuer
  6. nicht so zwangsläufig niedlich, wie man uns verkaufen möchte
  7. and so on.

Folglich muss der gesunde Menschenverstand ausgehebelt werden. Das herausragendste Merkmal der menschlichen Rasse wäre gleichzeitig ihr Untergang. Also: Hormone. Teufelsbiester!
Hormone kommen dann ins Spiel, wenn man den Mann mit dem Neffen spielen, kuscheln, interagieren sieht. Die Natur hat da einen unfehlbaren Algorithmus verzapft:

WENN (Mann && Kind) DANN (this.Hormone.feuer(was das Zeug hält));

Funktioniert leider auch, wenn man fremde Männer mit fremden Kindern sieht. Die Hormone schießen schneller ein, als man „Windel“ buchstabieren kann und schon denkt man „Woah, will ich auch. *herzchenaugen*“.

Kombiniere, kombiniere. Da ist etwas im Busch.

– Fick ihn doch, Alligatoah

Zum Glück (!!!) merkt der gesunde  Menschenverstand, dass irgendwas im Argen liegt und wirft seine letzte Rettungsleine. Im Kopf der armen, hormonbefeuerten Frau ploppt plötzlich ein Gedanke auf: „Wäre ich überhaupt eine gute Mutter?“
Nun könnte ich (weil ich so gerne nörgle) darüber debattieren, dass viele Frauen an diesem Punkt leider versagen und zum falschen Schluss kommen, aber ich werde es lassen und stattdessen verrate ich euch meine persönliche Antwort auf diese Frage: Nein. Mit Ausrufezeichen.

„Wieso?“, fragen sich nun diejenigen, die mich persönlich kennen. Schließlich bin ich als liebevolle, aufgeschlossene Persönlichkeit bekannt. Typisch ostwestfälisch eben. Daher ein, tatsächlich aus dem Leben gegriffenes, Beispiel.

Der Neffe (3) hat im Garten rumgematscht und soll nun vor dem Essen die Hände waschen. Man sieht den Händen bereits von weitem an, dass sich auf ihnen mehr E. Coli Bakterien tummeln, als im Bart eines gemeinen Hipsters.
Tante (ich) und Onkel (M.) erbarmen sich und schaffen es den Neffen irgendwie ins Bad zu manövrieren. So weit bereits ein mittelgroßes Wunder.
Neffe bekommt einen Stuhl vors Waschbecken geschoben und steigt darauf. Onkel und Tante applaudieren innerlich. Wie reibungslos!
Nun beginnt das Desaster. Das Wasser wird aufgedreht, aber Neffe weigert sich die Hände unters Wasser zu halten zum Waschen. Die einfache Nennung des Worts „Seife“ bringt ihn bereits derart aus der Fassung, dass er zu protestieren beginnt. Onkel versucht heldenhaft die Situation zu retten und beginnt sich voller Freude die Hände zu waschen. Guck mal, wie toll der Onkel das macht, was für ein Spaß!
Der Wasserhahn läuft weiter, Neffe weigert sich beharrlich. Tante erklärt, dass man mit Wasser nicht spielt und dreht den Hahn zu. Neffe sagt „Doch.“ und dreht den Hahn wieder auf. Tante atmet tief ein und macht ihren Standpunkt deutlich. Wenn das Wasser läuft,  müssen die Hände auch gewaschen werden. Neffe findet das nicht. Tante erinnert sich an den Spruch „Wer sich auf eine Diskussion mit einem Dreijährigen einlässt, hat bereits verloren“.
Tante sagt also und meint das in diesem Moment auch ganz genau so, weil sie unendlich genervt ist: „Ich habe keine Lust mich weiter mit dir zu unterhalten.“ und verlässt den Raum.
Innerlich denkt sie „Soll er halt mit den Matschhänden essen, ist ja sein eigenes Pech, wenn ihn dadurch eine Infektion ereilt.“
Nun weiß ich nicht, ob ich diese Meinung auch noch vertreten hätte, wenn ich das Kind mit nach Hause genommen hätte, es tatsächlich üble Bauchschmerzen bekommen hätte und unter Durchfallschüben gewunden hätte. Hätte ich Mitleid empfunden oder hätte ich gesagt „selbst schuld“?
Wenn ich tief in mich hineinhorche, halte ich die letztere Möglichkeit durchaus für denkbar.
Und das, liebe Leute, wäre die Methode mit der man Serienmörder heranzieht.

Vielen Dank für deinen Kommentar!