Du bist in meinen Armen eingeschlafen….

Du bist in meinen Armen eingeschlafen,
und deine wirren Haare lagen dicht
an meiner Schulter. Meine Blicke trafen

fast scheu dein wehrlos offenes Gesicht,
als würden sie ein Heiligtum entweihen,
das sie zu hüten hätten, aber nicht

betreten durften. Kannst du mir verzeihen,
dass ich dich küsste, dass ich deine Nacht
nicht ganz von meiner Nähe zu befreien

vermochte? Und du bist nicht aufgewacht,
als ich den Mund auf deine Schläfe legte
und spürte, wie sich die geheime Macht
des Blutes darin auf und ab bewegte.
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Annemarie Bostroem

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