Wenn das Universum Schluckauf hat

Mehrere Male nun habe ich bereits angesetzt den seltsamsten Tag meines Lebens nieder zu schreiben und habe doch alle Worte wieder restlos gelöscht.
Bisher wurde ich noch nie emotional so wild durchgeschüttelt, wie an diesem Mittwoch vor zwei Wochen. Dieser Mittwoch, dem ich so nervös entgegen gefiebert hatte, weil es der Tag werden sollte um mein Brautkleid zu kaufen.
Und das Bild, das mir von diesem Tag geblieben ist, wie ich am Ende des Tages im seltsamen Dämmerlicht im Auto sitze und M. meine Hand hält, während ich im Sekundentakt vom Weinen ins Lachen und zurück wechsle.
Und heute noch befinde ich mich in diesem merkwürdigen Schwebezustand zwischen absoluter Verzweiflung und purer Freude am Leben und kann mich nicht entscheiden in welche Richtung es nun gehen soll.
Fakt ist, ich bin um ein traumhaftes Hochzeitskleid reicher, aber um meinen Verlobungsring ärmer. Habe ein neues Familienmitglied dazu gewonnen und eine Oma an den Krebs verloren. Habe mich festgehalten an, aber auch geärgert über die Erkenntnis, dass meine Eltern mir Dinge bis zum Abend vorenthalten haben, die ich sicher schon gerne morgens erfahren hätte, nur um mich meinen Tag genießen zu lassen. Habe zweimal am Tag auf den weichen Kern meines Bruders blicken können, den er sonst gerne unter einer harten Schale versteckt. Ich habe gelacht und geweint, bin verzweifelt und habe mich wieder auf die Beine gerappelt, war ängstlich und mutig, habe geschluchzt und gekichert, war nervös und geborgen. Habe das Leben auf mich einprasseln gespürt und kann es doch nicht ausreichend beschreiben.

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