Die aufgeklärte Frau von heute tritt Gefahrensituationen mit einem Kreischen gegenüber

M. und ich nächtigten jüngst für zwei Nächte im Hotel (oder war’s ’ne Gefängnis-Zelle? Einzig der Flachbildfernseher sprach dagegen…). Also M. nächtigte und ich wachte. Das ist unsere klare Aufgabenteilung in fremden Betten. Der Mann schläft, die Frau wacht. Alles andere ähnelt auch viel zu sehr vorsintflutlichen Rollenbildern, die wir als aufgeklärtes Pärchen natürlich in dieser Form nicht unterstützen können. Einziges Zugeständnis: Ab und an lässt M. ein furchterregendes Grollen (im Fachjargon „Schnarchen“ genannt) ertönen um eventuelle Fressfeinde und Säbelzahntiger zu vertreiben.
So lagen wir also gegen 1 Uhr nachts da und gingen unseren Aufgaben nach (Ich gebe zu meine Aufgabe etwas vernachlässigt zu haben und eingenickt zu sein), als ich höre wie sich ein Schlüssel im Schloss unseres Zimmers dreht.
Nun sollte man annehmen, dass es mir auch trotz der knappen Zeitspanne, die mir für eine Entscheidung blieb, möglich gewesen wäre mich zu Räuspern und etwas zu sagen wie „Entschuldigung, aber dieses Zimmer ist besetzt!“ oder die etwas forschere Variante „Raus hier, dies ist unser Zimmer!“.
Wäre möglich gewesen, refelxartig wählte ich aber lieber Variante Nummer 3: M. wie wild schütteln und atemlos seinen Namen zu quietschen. Auch schön.

Ach ja, der Grund des nächtlichen Besuchs war recht simpel. Man hatte uns zwar den Schlüssel des EINEN Zimmers gegeben, uns aber im System auf das ANDERE Zimmer gebucht. Dem Hotel fehlte nun also ein leeres Zimmer, das ein Mitarbeiter nun versuchte aufzustöbern.
Damit wäre dann nun auch ein Nachteil für 24 Std. besetzte Rezeptionen gefunden…

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