Best of Brautzilla der letzten Zeit

Eine kleine Selbstmotivation

Auf den Schultern von Giganten, vielleicht landen wir nie!
Augen groß wie der Mond, sieh wie sich Schatten verziehen!
Atme ganz tief den Moment ein
Lass ihn dann nie los
Spür wie dein Herz grad’ einen Schlag überspringt!
Und wenn es kick kickt, alle Wände beben
Dann glaub’ ich fest, dass ein Text noch immer Leben retten kann
Dass den Liedern, die man liebt
Immer Frieden inne liegt
Noten ewig leben
Kein Grab zu tief für die Musik
Wenn, wie bei mir, deine größte Sorge Mittelmaß ist
Und ich geh’, bitte vergiss mich dann nicht (bitte vergiss mich nicht)
Sprüh’s an die Wände
Sag’ “Wir waren hier!”
Anti alles für immer, dank dir!
[...]
Man sagt am Ende wird alles gut
Und wenn es nicht gut ist, kann es auch nicht das Ende sein
Am Ende wird alles gut
Und ist es nicht gut, ist es verdammt nochmal nicht das Ende
NEIN!
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Casper | Ariel

Erkenntnisse

Seit MONATEN schon spielt sich täglich mindestens einer der folgenden Dialoge ab.

M.: „Na, du Rumtreiberli?“
Ich: „Rumtreiberli?!“
M.: „Ja, Rumtreiberli.“

Oder, nachts beim Gute-Nacht-Sagen:
M.: „Treib dich nicht mehr so lange rum.“
Ich: „Mache ich nicht.“
M.: „Jaja, schon klar…“

Heute dann endlich die Auflösung, nachdem ich mein Buch zur Seite gelegt habe.
M.: „Na, du Rumtreiberli?“
Ich: „Wo treibe ich mich denn rum???“
M.: „In deinem Kopf.“

Achso. Na gut. Da könnte er wohl recht haben…

Altherrentorte

Ich verstehe die Männer nicht.
Nun bin ich ja ein Weibchen, das sich schon eher dem Grundsatz der Gleichheit von Mann und Frau anschließt, und doch kann ich nicht leugnen: Männer und Frauen sind in manchen Punkten verschieden und ich verstehe die Männer einfach nicht.
Natürlich, die reine Integration, das klappt. Ich möchte mich schon fast ein Paradebeispiel für gelungene Integration nennen. Ich komme in reinen Jungsrunden gut klar. Habe meine Redeanteile. Schaffe es den Humor zu treffen. Doch, doch, das funktioniert so weit. Ich mache dafür zu großen Teilen die Spiegelneuronen verantwortlich. Schwingung aufnehmen, Stimmung spiegeln. Das läuft gut, aber eher unbewusst. Vielleicht ein kleiner antrainierter Überlebensmechanismus, der aus dem Informatikstudium übrig geblieben ist.
Manchmal wage ich sogar zu behaupten, dass da doch ein Hauch von Verständnis in mir aufblitzt.
altherrentorteWas mir aber Probleme bereitet, das sind die – Verzeihung, aber von meinem knackig-frischen 27jährigen Standpunkt aus muss ich das so nennen – alten Herren. Also Mitte 40, Anfang 50. Meist seit einigen vielen Jahren verheiratet, um das eine oder andere Kind bereichert. Und ich verstehe sie einfach nicht! Das macht mir Angst. Denn es liegt in der Natur des Menschen sich vor dem Unbekannten zu fürchten. Und zusätzlich stehe ich kurz davor ein noch junges Exemplar der Gattung Mann auf lange Sicht an mich zu binden. Und wie es die lange Sicht so mit sich bringt, wird das Exemplar in dieser Zeit altern und dann auch zu den alten Herren gehören.
Und ich habe schiere Panik vor dieser Zeit. Ich kenne ja den einen oder anderen alten Herren persönlich. Alte Herren strahlen stets eine gewisse Ambivalenz im Bezug auf ihre Ehefrau aus. Einerseits stehen sie dieser Frau seit vielen Jahren (im besten Fall treu) zur Seite. Andererseits – andererseits! – sind sie keinesfalls und nie verlegen einen bösen Spruch über die eigene Ehefrau und die Ehe im Allgemeinen zu reißen. Ich möchte da kurz einen Kollegen des zurzeit noch Weltbesten zitieren, als er vom Weltbesten erfuhr, dass er heiraten würde: “Vor 20 Jahren hielt ich das auch noch für eine gute Idee.”. Oder meinen Vater, wie er neulich zu M. sagte: “Noch kannst du flüchten. Ich würde dich persönlich zum Flughafen fahren.”. Oder, oder, oder… Beispiele gibt es da wie Sand am Meer.
Am schlimmsten aber sind die alten Herren, die sich nicht die Mühe machen sich hinter coolen Sprüchen zu verstecken, sondern jene, die ihr Gefühlsleben vor der breiten Masse offen legen. Ja, ich rede da von diesem ominösen Internet. Dem Platz, wo das Träumen noch erlaubt ist. Wo ausgesprochen und nicht nur gedacht wird. Ein Quell des Wissens und leider auch ein ebenso großes, sprudelndes, überschäumendes, tosendes Quell der Angst vor eigentlich unaussprechlichen Wahrheiten.
Man glaubt gar nicht wie viele alte Herren bloggen. Hier und da stecke ich meine Nase mal in den einen und dann wieder in den anderen Blog. Rein zur Beobachtung der unbekannten Spezies. Und was ich sehe, das beschäftigt mich doch arg. Dann male ich mir immer aus, wie M. in zwanzig Jahren von der Arbeit kommt. Das Essen isst, das ich ihm vorsetze. Die lieben Worte hört, die ich ihm sage. Mein “Ich liebe dich” erwidert. Die Strukturen lebt, die wir gemeinsam erschaffen haben. Und dabei verfickt nochmal die ganze Zeit in Gedanken bei den übergroßen, straffen Brüsten seiner jungen Arbeitskollegin ist… Oder wie er auf Arbeit in großen Bissen vom selbstgebackenen Brot abbeißt, das ich ihm geschmiert und eingepackt habe*, und mit noch vollem Mund vor seinen Kollegen einen Witz über die Breite meines Arsches macht… Oder wie er unglücklich über die Ehe vor seinem verkackten Blog sitzt und über unser Sexleben schreibt, anstatt mit mir darüber zu reden…
Kann das denn wirklich passieren?! Kann dieses Szenario eintreten? Vornerum die geliebte Ehefrau und hintenrum ein hässlicher, schwabbelig gewordener, frigider Drache?!
Liebe alte Herren! Das ist doch die Frau, vor der auf die Knie gefallen seid, um zu fragen, ob sie den Rest eures Lebens mit euch verbringen will! Die, mit der ihr euch die Zukunft ausgemalt hat! Die eure Kinder geboren hat! Wie kann es nur passieren, dass ihr euch plötzlich um euer Leben von uns betrogen fühlt? Gibt es etwas, was man als Frau dagegen unternehmen kann? Eine Art Prophylaxe? Statt einmal im Jahr zum Zahnarzt lieber alle zwei Jahre zur Brust-OP? Stets High-Heels tragen? Niemals pupsen? Irgendwas?
Ich habe Angst, denn ich verstehe das einfach nicht….

* rein hypothetische Szenarien… Wir backen unser Brot nicht selbst und eigentlich schmiert M. immer die Frühstücksbrote….

That’s gold. Keep that way, it’s a good way to be.