Die Pfropfen

Irgendwo zwischen meinem Gehirn und meinen Fingern muss ein Pfropfen sitzen. Er verstopft zuverlässig den Zufluss von gelungenen Wortaneinanderreihungen hin zur Tastatur. Nun könnte man meinen, es wäre ein Stopfen. Wo er doch etwas verstopft. Mein Chemielehrer bestand aber damals stets darauf, dass es einen kleinen, aber feinen Unterschieden zwischen Stopfen und Pfropfen gäbe. Und ein kleines Dingsi, dass irgendwo draufsitzt und verhindert, dass etwas durchkommt, ist ein Pfropfen. Zumindest in der Chemie.

Nun. Also ein Pfropfen – und ich weiß nicht, wie oft es mir noch gelingen wird, das Wort korrekt auszuschreiben. Er sitzt ganz fest in einer Synapse, wie ich annehme, und passt auf, dass keine Wörter durchkommen, die ich eigentlich benötigen würde, um einen gelungenen Blogeintrag zur verfassen.

Leider scheint das nicht der einzige Pfropfen zu sein, der sich in mir breit gemacht hat. Da wäre noch der, der Gedanken der Art „Huiii, hier sieht es aber aus. Ich räume mal lieber schnell X nach Y. Und wenn ich XY hier einsortiere… und dann noch mal eben…. Und wo ich sowieso schon dabei bin, könnte ich gerade auch noch feucht durchwischen…“ aufhält. Und das in Zeiten, in denen solche Gedanken dringend benötigt würden.
Vielleicht könnte ich diesen Pfropfen mit einer etwas gesünderen Lebensweise entfernen. Das wäre eine gute Idee. Aber es gibt da noch einen dritten Pfropfen. Ich glaube er sitzt auch irgendwo in meinem Kopf. Es kommen nämlich gar keine Gedanken mehr an, die in etwa so klingen könnten: „Ja, hier herrscht Chaos. Aber das wird auch wieder besser. Jetzt stelle ich mich erstmal mitten rein ins Geöle der noch nicht vorhandenen Küche und mache einen schönen Salat.“
Kommt einfach nicht mehr vor! Stattdessen gelangen nur noch „Möp. Hunger. Was esse ich ohne es lange vorbereiten zu müssen? …. oh, eine Tafel Schokolade!“ Gedanken durch. Die scheinen einen Weg am Pfropfen vorbei zu kennen.

Nun sitze ich hier und hoffe, dass die Pfropfen mit dem ganzen Regen, Hagel, Schnee und Graupel weggespült werden, der momentan vom Himmel kommt. Oder dass sie auf UV-Licht reagieren und mit den nächsten Sonnenstrahlen verschwinden.

Dealbreaker

Auf dem Weg zur Arbeit lausche ich dem Radio. Um Dealbreaker geht es. Kleinigkeiten, die so abtörnend sind, dass eine Beziehung zu ende  geht, bevor sie überhaupt richtig angefangen hat.
Männer, hier also nur für euch –  meine Dealbreaker:

  • Männer, die auf Fußball stehen. Ja, sorry, isso. Ihr könnt ja nicht irgendwas nur so ein bisschen gut finden. Nein, ihr werdet immer direkt fanatisch. Ich denke da an diverse Feierlichkeiten mit Handys unterm Tisch und dem Sitznachbarn die Ergebnisse zuflüstern. Oder der Bräutigam, der auf seiner eigenen Hochzeit durchsagte, dass ein Tor für Borrussia gefallen wäre. Der Saal jubelte. Ich rang mit mir, um nicht auf die sorgfältig ausgesuchte Tischdeko zu kotzen.
  • Männer, die einen Audi TT fahren mit dem Kennzeichen ** – TT – **
    Ihr müsst euren sehr kleinen Penis nicht direkt jedem unter die Nase reiben!
  • „Feine“ Lederschuhe zu „normaler“ Alltagskleidung. Kotz, würg! So hat Mami euch das früher bestimmt nicht rausgelegt!
  • Männer, die ihren VW Polo (oder was anderes kleines) aufmotzen, tieferlegen, sonst wie „verbessern“. Ach vergesst es, bei großen Autos finde ich es auch scheiße. Wirkt nur nicht ganz so lächerlich.
  • Männer, die meinen es wäre unmännlich sich nicht archetypisch männlich zu verhalten. Also zum Beispiel Männer, die vehement leugnen Hundebabys niedlich zu finden oder andere Tierchen.
  • Männer, die extra schneller gehen, um mich zu überholen und die Tür aufzuhalten.
    Wenn du sowieso eher an der Tür bist und sie für mich aufhältst: Danke, sehr freundlich.
    Wenn du dich extra abhetzt, nur um ja eher bei der Tür zu sein: Stell dir vor, ich habe auch zwei Arme und kann eine Tür schon selbst öffnen. Ich darf sogar schon alleine Arbeitsverträge unterschreiben und Auto fahren ohne dass du mit einem Fähnchen vorweg rennst.
  • Mir ist noch etwas zum Thema Schuhe eingefallen (Dafür, dass ich Füße eher eklig finde, scheinen mir Schuhe sehr wichtig zu sein…): Weiße Sneaker, insbesondere solche ohne Schnürsenkel gehen gar nicht! Sowas zum Beispiel.
  • Wo wir bei den Schuhen sind: Ich finde Füße bäh, ich will sie also auch nicht sehen. Flipflops, Sandalen oder irgendwelche Schuhe, die erahnen lassen, dass ihr barfuss hinein geschlüpft seid, sind absolut tabu.
  • Handwerker / Techniker, die sich über meinen Kopf hinweg mit einem anwesenden Mann unterhalten und ihm Fragen stellen, die ich beantworte. Auch nachdem der anwesende Mann mehrfach daraufhin gewiesen hat vom Thema keine Ahnung zu haben und dass ich die Expertin sei.

Und als quasi Bonus, weil hat mich nicht vom Ehelichen eines Exemplares mit dieser Macke abgehalten:

  • Verstärkte Geräuschentwicklung während des Essens. Mach halt den Mund zu beim Kauen und schlürf nicht alles rein…. Es ist doch wirklich nicht so schwierig!