Die Braut – das graziöse Wesen

Pu-ste-ku-chen!!!
Die Wahrheit ist eher unschön:

Brautkleidkauf

Man steht mit einer fremden Frau in einer viel zu engen Umkleide, entkleidet sich bis auf den Schlüpfer und wird in Kleider gesteckt, die zu 100% aus Kunstfasern bestehen. Spätestens nach dem 2. Kleid schwitzt man wie Sau und fühlt sich alles andere als glamourös.

Hautpflege

Natürlich werde ich auf meiner Hochzeit strahlen. Ich hoffe aber, dass meine Haut das auch tut. Also hänge ich momentan mehrfach die Woche halbnackt über dem Waschbecken und versuche mir die Schlammpackung wieder aus dem Dekolletee zu kratzen.

Letze Vorsichtsmaßnahmen

Als Braut verbringt man ungewöhnlich viel Zeit damit über mögliche Eventualitäten nachzudenken. Entsprechend oft sieht die Braut to be in nächster Zeit das Innere der nächstgelegenen Drogerie.
Ich bin mittlerweile stolze Besitzerin von: Diversen Tampons in diversen Größen (Was, wenn es an diesem Tag los geht? Was, wenn es Sturzbäche sind????), Blasenpflastern, Druckstellenpflastern, normalen Pflastern, Blasenvorbeugungsstick, Kopfschmerztabletten, Babypuder (falls die Silikonstreifen im BH reiben sollten), etc, pp.. Alles nicht sonderlich erotisch.

Die Sache mit dem Toilettengang

Ich habe viel, viel, viel Zeit dafür aufgebracht über dieses Thema zu sinnieren.  Was, wenn ich mal muss? Ich werde auf jeden Fall mal müssen. Aber wie mit dem Kleid? Kann ich, wenn jemand anderes dabei ist? Oh Gott, ich will nicht müssen!
Ich habe das gestern also kurzentschlossen mal geklärt:
Ich: Schaaahaaaaatz, du? Wenn ich auf der Hochzeit mal muss…
Er: Wie, was musst du?
Ich: *räusper* Also, naja… Pipi…
Er: *Augen verdreh*
Ich: Kommst du dann mit, wenn ich es alleine nicht hinbekomme? Ich will nicht vor deiner Schwester Pipi machen…
Er: Von mir aus….

Unvergessen auch die Diskussion über String und Nicht-String unterm Hochzeitskleid…. das Leben ist nicht einfach als Braut!

Die Sache mit dem Phönix und der Asche, aber mit anderen Vögeln und ohne Asche.

Es war einmal ein kleiner Spatz, der vergessen hatte wie man flog. Traurig saß er auf seinem Ast, seufzte dann und wann und spürte die bleierne Schwere in seinen Flügeln. Von Zeit zu Zeit hob sich sein Gefieder unter einem langen Seufzer, immer dann wenn die Erinnerungen an das Gleiten durch den blauen Himmel über grüne Wiesen und duftende Felder zu stark wurden.

Eines Tages landete eine weise Eule auf dem Ast und betrachtete den kleinen Spatz eine Zeit lang. “Ach, armer Spatz! So geht es nicht. Du schaffst es ja nicht einmal mehr zu lachen.”, seufzte die Eule. “Wir müssen jemanden finden, der dir helfen kann!”
Entschlossen stieg die Eule in die Lüfte. Der Spatz blickte ihr hinterher und beobachtete, wie sie mit dem Horizont verschmolz.
“Ach, wer soll mir schon helfen?”, schluchzte er verzweifelt in die Stille.

Nach einiger Zeit kehrte die Eule zurück. Sie hatte eine kleine Fledermaus bei sich. Die Fledermaus setzte ich neben den Spatz und sah ihn mitleidig an. “Erzähl doch mal.”, forderte sie ihn mit bekümmerter Miene auf. Der Spatz holte tief Luft, schluchzte und seufzte abwechselnd und berichtete der Fledermaus anschließend von seinen Flügeln, die sich so schwer anfühlten, dass er einfach nicht mehr fliegen konnte. Er erzählte, wie traurig ihm die Welt erschien und dass er den ganzen Tag einsam auf seinem Ast hockte, unfähig etwas anderes zu tun.
Die Fledermaus legte den Kopf schief, hörte ganz genau zu und dachte einen Moment nach.”Das ist schlimm, wirklich schlimm…”, hauchte sie besorgt. “Aber ich glaube, ich kenne jemanden, der dir helfen kann.” Sie lächelte den Spatz aufmunternd an. “Komm Eule, wir holen Hilfe!”
Und so erhoben sich Eule und Fledermaus in die Lüfte und flogen von dannen. Der Spatz blieb einsam und bekümmert zurück.

Es verging eine geraume Zeit, bis die Eule und die Fledermaus ganz außer Atem wieder auf dem Ast landeten.
“Wir haben den Fischreiher mitgebracht!”, japste die Eule.
“Aber du musst zu ihm hinunter gehen.”, ergänzte die Fledermaus.
Wieder seufzte der kleine Spatz. Was für eine unnötige Anstrengung. Jeden Weg, den er hinunter tat, musste er ja auch wieder herauf gehen. Und das ohne Fliegen zu können!
Doch er wollte der Eule und der Fledermaus gegenüber nicht undankbar erscheinen und machte sich daher auf den Weg nach unten.

Als der kleine Spatz auf dem Boden ankam, zauderte er kurz. Der Fischreiher sah sehr groß und auch ein wenig zerrupft aus und klapperte ungeduldig mit dem Schnabel. Der kleine Spatz fasste sich ein Herz und ging zum Reiher hinüber.
Nach einer knappen Begrüßung unterhielten sich der Spatz und der Reihe eine Weile lang. Der Fischreiher stellte mit seiner knarzigen Stimme eine ganze Reihe von Fragen. Manchmal wusste der Spatz nicht recht, was er antworten sollte und fühlte sich klein und dumm und unbehaglich.
Nachdem der Reiher alle Fragen gestellt hatte, die er beantwortet haben wollte, sah er den kleinen Spatz eine Weile stumm und regungslos an.
Der Spatz seufzte. “Woher kommt bloß mein Problem mit den Flügeln? Und was soll ich nur tun?”
Der Reiher klapperte erneut mit dem Schnabel. “Die Ursache kenne ich nicht.”, antwortete er unwirsch. “Aber ich weiß, wie wir dein Problem lösen können. Gar nicht so weit weg von hier gibt es einen verzauberten See. Dessen Wasser musst du trinken, damit es dir besser geht, ich kann dir etwas davon holen und du musst jeden Tag davon trinken.”
“Verzaubertes Wasser?”, fragte der Spatz ungläubig.
Der Fischreiher verdrehte etwas genervt die Augen. “Ja, verzaubertes Wasser! Vermutlich wirst du dich morgens etwas unwohl fühlen und vielleicht wirst du dich auch etwas… verändern. Aber es wird dich und deine Flügel gesund machen und in paar Wochen kannst du dann wieder fliegen.”

Der kleine Spatz dachte über die Worte des Fischreihers nach. Schließlich schüttelte er langsam aber bestimmt den Kopf. “Nein. Nein, das möchte ich nicht.”, sagte er entschlossen, breitete die Flügel aus und flog davon.

Du bist in meinen Armen eingeschlafen….

Du bist in meinen Armen eingeschlafen,
und deine wirren Haare lagen dicht
an meiner Schulter. Meine Blicke trafen

fast scheu dein wehrlos offenes Gesicht,
als würden sie ein Heiligtum entweihen,
das sie zu hüten hätten, aber nicht

betreten durften. Kannst du mir verzeihen,
dass ich dich küsste, dass ich deine Nacht
nicht ganz von meiner Nähe zu befreien

vermochte? Und du bist nicht aufgewacht,
als ich den Mund auf deine Schläfe legte
und spürte, wie sich die geheime Macht

des Blutes darin auf und ab bewegte.

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Annemarie Bostroem

That’s gold. Keep that way, it’s a good way to be.